"Emmy E. Werner: Die Pionierin der Resilienzforschung und ihre wegweisende Kauai-Studie"

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Emmy E. Werner und ihre Resilienzforschung

Die Psychologie hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts intensiv mit dem Konzept der Resilienz auseinandergesetzt. Im Fokus stehen dabei nicht die negativen Einflüsse auf die psychische Entwicklung, sondern vielmehr die positiven Aspekte. Emmy E. Werner, eine amerikanische Entwicklungspsychologin, spielte eine wegweisende Rolle in diesem Forschungsfeld. Mit der sogenannten Kauai-Studie prägte sie die moderne Resilienzforschung nachhaltig. Hier erfährst du, welche bahnbrechenden Erkenntnisse ihre Langzeitstudie erbrachte.

Emmy E. Werner: Lebensweg und Hintergrund

Emmy E. Werner wurde 1929 in Deutschland geboren und erlebte eine von den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges geprägte Kindheit. Die Familie wanderte 1940 in die USA aus, wo Emmy Werner an der University of Nebraska studierte und ihren Doktortitel erlangte. Geprägt durch ihre eigene Kindheit widmete sie ihr Leben der Erforschung der Resilienz und ihrer Einflussfaktoren.

Die Kauai-Studie: Einblick in Emmy Werners Forschung

Die Kauai-Studie, eine wegweisende Längsschnittstudie, erstreckte sich über mehr als 40 Jahre und konzentrierte sich auf die Entwicklung von 698 Kindern, die im Jahr 1955 auf der Hawaii-Insel Kauai geboren wurden. Dieses Forschungsprojekt setzte sich das Ziel, die langfristigen Konsequenzen von Belastungen vor, während und kurz nach der Geburt zu beurteilen. Emmy E. Werners Team verfolgte dabei einen umfassenden Ansatz, indem sie die Kinder bzw. Erwachsenen in verschiedenen Lebensphasen, nämlich in der pränatalen Entwicklungsperiode sowie im Alter von ein, zwei, zehn, 18, 31 bzw. 32 und 40 Jahren, untersuchten.

Die Studienleiter beurteilten 201 Kinder als "hochgradig gefährdet", da sie perinatalem Stress ausgesetzt waren, in dauerhafter Armut lebten oder Eltern hatten, die nicht mehr als acht Jahre zur Schule gegangen waren. Zusätzlich wurden Kinder in einer Umgebung von Streit, Scheidung, Alkoholismus der Eltern oder Geisteskrankheit als gefährdet eingestuft. Beeindruckend war die Erkenntnis, dass ein Drittel der Kinder aus dieser Hochrisikogruppe zu "fähigen jungen Erwachsenen heranwuchs, die keine ernsthaften Lern- oder Verhaltensstörungen im Kindes- oder Jugendalter zeigten" (siehe Werner 1989, S.120).

Resilienz in der Kindheit: Emmy Werners Erkenntnisse


Die überraschenden Ergebnisse der Kauai-Studie ermöglichten es Emmy E. Werner, genauere Einblicke in die „schützenden und stützenden Faktoren“ (Werner, 1989, S. 121). zu gewinnen, die die Resilienz von Kindern beeinflussen. Die Kinder, die trotz belastender Umstände resilient waren, zeigten bemerkenswerte Eigenschaften wie ein hohes Aktivitätsniveau, geringe Reizbarkeit, soziale Geselligkeit und ein Fehlen von Neigung zum Trübsal blasen. Darüber hinaus entwickelten sie gute Problemlösefähigkeiten, hatten eine realistische Einschätzung von Situationen und zeigten sich kommunikativ, wenig ängstlich sowie analytisch und planvoll.

Neben persönlichen Eigenschaften spielten auch externe Faktoren wie stabile Bindungen zu unterstützenden Erwachsenen eine zentrale Rolle. Diese Erkenntnisse trugen maßgeblich dazu bei, zu verstehen, wie Kinder widerstandsfähig gegenüber familiären Herausforderungen werden können. Emmy E. Werners Forschung hat somit nicht nur eine grundlegende Perspektive auf die Resilienz in der Kindheit geschaffen, sondern auch konkrete Wege aufgezeigt, wie diese entwickelt und gefördert werden kann.

Emmy E. Werners Vermächtnis in der Resilienzforschung

Emmy E. Werner hat mit ihrer lebenslangen Hingabe an die Resilienzforschung einen Grundstein gelegt und eine Bewegung gestartet. Die Ergebnisse der Kauai-Studie sowie ihrer weiteren Forschungen haben unser Verständnis von Anpassungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit nachhaltig verändert. Die Forschung von Emmy E. Werner hat nicht nur wertvolle Erkenntnisse über die Resilienz in der Kindheit geliefert, sondern auch die Richtung für zukünftige Studien gezeigt. Die Ergebnisse aus Werners Kauai-Studie wurden beispielsweise auch in der Mannheimer Risikokinderstudie bestätigt. Ihr Vermächtnis lebt in der heutigen Resilienzforschung weiter, und ihre Erkenntnisse beeinflussen nach wie vor, wie wir die Fähigkeit zur Bewältigung von Lebensherausforderungen und Krisen verstehen. Ihre Erkenntnisse sind auch eingeflossen in das persolog® Resilienz-Modell.

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