Der Stress von heute ist der Burnout von morgen

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Der Stress von heute ist der Burnout von morgen

 

Was Arbeitnehmer und Arbeitgeber gegen permanente Überforderung tun können

Im Februar machte die alarmierende Meldung die Runde: Fast die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland hat das Gefühl, dass der Stress am Arbeitsplatz in den vergangenen zwei Jahren größer geworden ist. Der „Stressreport 2012“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin berichtet, dass rund 50 Prozent der Arbeitnehmer einen starken Termin- und Leistungsdruck empfinden.

Stress entsteht laut Definition dann, wenn zwischen den Anforderungen, denen sich ein Mensch ausgesetzt sieht und seinen Ressourcen/Kompetenzen, diesen gerecht zu werden, ein Ungleichgewicht besteht. Bewertet er seine Ressourcen als ausreichend, kann Stress produktiv wirken. Er fühlt sich herausgefordert und setzt alles daran, die Situation zu lösen. Bewertet er seine Ressourcen dagegen als nicht ausreichend, kann Stress kontraproduktiv wirken. Der Betroffene schafft es in dem Fall nicht, das Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bekommen.

 

Zeitnot macht Stress

Zur Entlastung von Chefs und Vorgesetzten sei gesagt: Ob sich jemand am Arbeitsplatz gestresst fühlt, kommt auf die Gesamtsituation an. Dazu gehört nämlich auch, was er aus seinem privaten Umfeld an Stress mitbringt.

Ein Beispiel: Der Mitarbeiter muss an einem bestimmten Tag pünktlich gehen, damit er seine Tochter vom Hort abholen kann. Er weiß aber genau, dass er eine Präsentation unbedingt noch vorher fertigstellen muss. Das eingeschränkte Zeitfenster schafft Stress, weil zwei zeitliche Fixpunkte aufeinander treffen. Jede dieser Situationen für sich würde jedoch keinen Stress hervorrufen. Hinzu kommt, dass jeder die geschilderte Situation individuell wahrnimmt und anhand seines Erfahrungsschatzes bewertet. Wer über ausgeprägte Kompetenzen im Umgang mit solch stressigen Situationen verfügt, wird den Stress anders wahrnehmen als jemand der über geringe Kompetenzen verfügt.

Stress ist also nicht an sich negativ. Ganz im Gegenteil: Stress wirkt motivierend und anregend. Unternehmen sollten daher Wert auf Kompetenzen in Sachen Stressmanagement bei ihren Mitarbeitern legen.
Hier nun einige Tipps, wie sich Druck und Stress besser bewältigen lassen. Zunächst nehmen wir den einzelnen Menschen in den Blick, danach Lösungsvorschläge für Unternehmer und Vorgesetzte.


Mitarbeiter

1.    Lache

Stress drückt die Stimmung. Wer nur sieht, was er alles noch nicht erreicht hat und was noch alles zu tun ist, bekommt auf Dauer depressive Gedanken. Lachen ist ein wirksames Gegenmittel. Schaue dir mit Freunden einen lustigen Film an, besuche in deiner Stadt das Programm eines populären Kabarettisten. Und nehme dich selbst nicht zu ernst. Wer über sich selbst lachen kann, dem wird nie der Stoff ausgehen.

2.    Gehe offline

Wir leben in einer Unterbrechungskultur. Anrufe und eingehende Mails zerschießen uns die Möglichkeit, auch nur ein oder zwei Stunden am Stück konzentriert an einer Aufgabe zu bleiben. Wenn es technisch geht: Ziehe den Stecker, schalte den Anrufbeantworter ein. Die beste Lösung: Verlasse deinen Arbeitsplatz und setze dich mit den erforderlichen Unterlagen in ein Besprechungszimmer. Du wirst staunen, was du in dieser ablenkungsfreien Zone alles bewältigt kriegst.

3.    Schlafe ausreichend

Übermüdete Mitarbeiter sind unkonzentriert, langsamer und fehleranfällig. Wer ausgeschlafen ist, erledigt seine Aufgaben leichter und besser. Übrigens: Auch die Einhaltung eines wöchentlichen Ruhetags senkt das Stresslevel erheblich. Nach einem freien, erholsamen Tag schaffen wir in sechs Tagen mehr als derjenige in sieben Tagen, der immer durcharbeitet.


Firmen

1. Verbessere das Arbeitsumfeld

People work worse in dim, stuffy rooms than in bright and airy ones. So ask yourself: How could the workplaces be made nicer? Do people need new desk chairs? Should the pointless shelves with files from the last 30 years simply be thrown out? Talk to the employees and address their wishes.

2. Biete Trainings zum Stressmanagement

Einen guten Umgang mit Druck und Stress haben die meisten von uns nicht gelernt. Dabei lässt sich auf diesem Gebiet mit den richtigen Methoden viel Entlastung schaffen. Mit Trainings oder gezielten Einzelcoachings fühlen sich die Mitarbeiter nicht nur wertgeschätzt, sie bekommen auch gute Instrumente an die Hand, die ihnen bei der Bewältigung des Berufsalltags helfen. Außerdem haben wir gute Erfahrungen mit einem “Stress-Profil” gemacht, das die Mitarbeiter individuell anlegen können und das ihnen hilft, gezielt an ihrem persönlichen Stressabbau zu arbeiten. Jeder Arbeitnehmer sollte basierend auf seinem Stressverhalten sein persönliches Stressbewältigungsprogramm erstellen. So lernt er, nonproduktiven Umgang mit Stress mithilfe der auf ihn zugeschneiderten Methoden aus kurz- und langfristigen Strategien in die produktive Richtung zu lenken.

3. Kümmere dich um die Betroffenen

Auch mit den besten Tools wirst du es in Einzelfällen nicht ausschließen können, dass Mitarbeiter ausbrennen. Durch Rehabilitations- und Wiedereingliederungskonzepte kannst du diese Menschen erneut für eine engagierte Mitarbeit im Unternehmen gewinnen. Gleichzeitig ist die Botschaft an die gesamte Belegschaft: „Auch wenn es euch schlecht geht, lassen wir euch nicht hängen.“ Das dient dem Betriebsklima.

Fazit

Stress ist ein Alltagsproblem. Um es zu bewältigen, müssen Mitarbeiter Kompetenzen im Umgang mit Stress aufbauen. Dabei sind sie auf die Unterstützung der Personalentwicklung angewiesen. Nur diese kann eine offene und vertrauensvolle Kultur des Stressmanagements nachhaltig im Unternehmen implementieren. Die Kosten hierfür rechnen sich für die Unternehmen schnell, denn die Krankmeldungen und Belastungen der Arbeitsleistung wegen Stress nehmen immer stärker zu.

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