
persolog® Resilienz-Organisations-Modell
Veränderungen, Krisen und unerwartete Herausforderungen gehören zum Alltag von Organisationen. Das persolog® Resilienz-Organisations-Modell hilft dabei, organisationale Resilienz sichtbar zu machen und weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt stehen neun Faktoren, die die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit einer Organisation beeinflussen.
Was ist organisationale Resilienz?
Organisatorische Resilienz beschreibt die Fähigkeit einer Organisation, mit Veränderungen, Krisen und unerwarteten Herausforderungen umzugehen, handlungsfähig zu bleiben und sich an neue Bedingungen anzupassen. Dabei geht es nicht nur darum, schwierige Situationen zu überstehen. Resiliente Organisationen erkennen Veränderungen in ihrem Umfeld, reagieren darauf und lernen aus ihren Erfahrungen.
Organisationale Resilienz ist mehr als persönliche Resilienz und Teamresilienz.
Persönliche Resilienz, Teamresilienz und organisationale Resilienz betrachten unterschiedliche Ebenen von Resilienz. Persönliche Resilienz richtet den Blick auf den einzelnen Menschen, Teamresilienz auf das gemeinsame Handeln eines Teams und organisationale Resilienz auf die Organisation als Ganzes.
Resiliente Mitarbeitende und Teams können zur Widerstandsfähigkeit einer Organisation beitragen. Eine Organisation wird dadurch jedoch nicht automatisch resilient. Auf organisationaler Ebene spielen zusätzlich Faktoren wie Führung, Kultur, Marktbeziehungen, Ressourcen, Wissensaustausch und Veränderungsfähigkeit eine Rolle.
Was ist das persolog® Resilienz-Organisations-Modell?
Das persolog® Resilienz-Organisations-Modell hilft dabei, die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit einer Organisation genauer zu betrachten. Es macht sichtbar, wie eine Organisation in den verschiedenen Bereichen der organisationalen Resilienz aufgestellt ist.
Das Modell orientiert sich an der ISO 22316 „Security and resilience – Organizational resilience – Principles and attributes“. Sie beschreibt zentrale Prinzipien und Merkmale organisationaler Resilienz. Angelehnt an diese ISO haben wir die neun Faktoren des persolog® Resilienz-Organisations-Modells definiert und einen Fragebogen entwickelt, mit dem sich die organisationale Resilienz einer Organisation erfassen und reflektieren lässt.
Die 9 Faktoren des persolog® Resilienz-Organisations-Modells
Die neun Faktoren betrachten unterschiedliche Bereiche einer Organisation, von Vision und Zielen über Führung und Kultur bis hin zu Wissen, Ressourcen und dem Umgang mit Veränderungen.
1. Vision und Ziele leben
Vision und Ziele leben bedeutet, dass eine Organisation eine klare Vorstellung von ihrer Zukunft hat und diese im Arbeitsalltag Orientierung gibt. Entscheidend ist, dass Vision und Ziele nicht nur formuliert sind, sondern von den Mitarbeitenden verstanden und im täglichen Handeln berücksichtigt werden.
2. Marktbeziehungen stärken
Marktbeziehungen stärken bedeutet, relevante Entwicklungen im Umfeld der Organisation wahrzunehmen und Beziehungen zu wichtigen externen Partnern und Anspruchsgruppen zu pflegen. So können Veränderungen, Chancen und mögliche Herausforderungen frühzeitig erkannt und bei Entscheidungen berücksichtigt werden.
3. Befähigend führen
Befähigende Führung schafft Bedingungen, unter denen Mitarbeitende Verantwortung übernehmen und ihre Fähigkeiten einbringen können. Dazu gehört, Orientierung zu geben und gleichzeitig Handlungsspielräume zu ermöglichen, damit auch bei Veränderungen und Unsicherheit handlungsfähig gearbeitet werden kann.
4. Kultur schaffen
Eine resilienzfördernde Kultur prägt, wie Menschen innerhalb einer Organisation miteinander arbeiten und mit Veränderungen umgehen. Gemeinsame Werte, Vertrauen und ein konstruktiver Umgang miteinander können dazu beitragen, dass Herausforderungen offen angesprochen und gemeinsam bewältigt werden.
5. Wissen teilen
Wissen teilen bedeutet, relevantes Wissen innerhalb der Organisation zugänglich zu machen und den Austausch zwischen Mitarbeitenden und Bereichen zu fördern. Dadurch bleibt wichtiges Wissen nicht bei einzelnen Personen und kann auch in neuen oder herausfordernden Situationen genutzt werden.
6. Ressourcen sicherstellen
Ressourcen sicherzustellen bedeutet, die Voraussetzungen zu schaffen, die eine Organisation für ihre Aufgaben und Herausforderungen benötigt. Dazu gehört, vorhandene Ressourcen im Blick zu behalten und sie dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden.
7. Interdisziplinär kooperieren
Interdisziplinäre Kooperation verbindet unterschiedliche Perspektiven, Kompetenzen und Erfahrungen innerhalb einer Organisation. Wenn Bereiche und Funktionen über ihre eigenen Grenzen hinweg zusammenarbeiten, können komplexe Herausforderungen gemeinsam betrachtet und bearbeitet werden.
8. Kontinuierlich verbessern
Kontinuierliche Verbesserung bedeutet, bestehende Prozesse und Arbeitsweisen regelmäßig zu hinterfragen und aus Erfahrungen zu lernen. Erkenntnisse aus Erfolgen, Fehlern und Herausforderungen können genutzt werden, um Abläufe anzupassen und die Organisation weiterzuentwickeln.
9. Proaktiv verändern
Proaktiv verändern bedeutet, Veränderungen nicht ausschließlich als Reaktion auf äußeren Druck anzugehen. Entwicklungen und mögliche Herausforderungen werden frühzeitig wahrgenommen, damit die Organisation Veränderungen aktiv mitgestalten und sich auf neue Bedingungen einstellen kann.
Wo wird das persolog® Resilienz-Organisations-Modell eingesetzt?
Das persolog® Resilienz-Organisations-Modell kann in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden, in denen Organisationen ihre Widerstands- und Anpassungsfähigkeit reflektieren und weiterentwickeln möchten. Es eignet sich unter anderem für die Organisationsentwicklung, für Veränderungsprozesse sowie für die Arbeit von Führungskräften, HR-Verantwortlichen, Trainer:innen, Coaches und Berater:innen.
Organisationsentwicklung
In der Organisationsentwicklung hilft das Modell dabei, unterschiedliche Bereiche der organisationalen Resilienz gezielt zu betrachten. Dadurch können Themen sichtbar werden, die für die weitere Entwicklung der Organisation besonders relevant sind.
Change Management und Transformation
Veränderungs- und Transformationsprozesse stellen Organisationen vor neue Anforderungen. Das Modell kann dabei unterstützen, zu betrachten, wie die Organisation mit Veränderungen umgeht, wo bereits gute Voraussetzungen bestehen und welche Bereiche mehr Aufmerksamkeit benötigen.
Führung und Personalentwicklung
Führung und Personalentwicklung beeinflussen die Bedingungen, unter denen Mitarbeitende mit Veränderungen und Herausforderungen umgehen. Das Modell ermöglicht es, diese Bedingungen auf organisationaler Ebene zu betrachten und daraus Themen für die weitere Entwicklung abzuleiten.
Krisen und herausfordernde Situationen
Krisen und Phasen hoher Unsicherheit machen häufig sichtbar, wo Organisationen belastbar sind und wo Schwierigkeiten entstehen. Das Modell kann genutzt werden, um diese Erfahrungen zu reflektieren und daraus Erkenntnisse für zukünftige Herausforderungen zu gewinnen.
Training, Coaching und Beratung
Trainer:innen, Coaches und Berater:innen können das persolog® Resilienz-Organisations-Modell nutzen, um Organisationen bei der Auseinandersetzung mit ihrer organisationalen Resilienz zu begleiten. Die neun Faktoren geben dabei Orientierung für Workshops, Coachings und weitere Entwicklungsmaßnahmen.
Wie wird das persolog® Resilienz-Organisations-Modell in der Praxis angewendet?
Mit dem persolog® Resilienz-Organisations-Profil lässt sich erfassen, wie die organisationale Resilienz in den neun Faktoren wahrgenommen wird. Grundlage dafür ist ein Fragebogen, dessen Ergebnisse sichtbar machen, in welchen Bereichen eine Organisation bereits gut aufgestellt ist und wo Entwicklungsbedarf besteht.
Für die gemeinsame Betrachtung können die Ergebnisse im persolog® Resilienz-Organisationschartzusammengeführt werden. So werden unterschiedliche Einschätzungen innerhalb der Organisation sichtbar und können gemeinsam reflektiert werden.
Auf Basis der Ergebnisse lassen sich relevante Handlungsfelder bestimmen und passende Maßnahmen ableiten. Je nach Zielsetzung kann das Modell beispielsweise in Workshops, Coachings oder Befragungen in Teams und Organisationen eingesetzt werden..
Mit dem persolog® Resilienz-Organisations-Modell professionell arbeiten
Wenn du das persolog® Resilienz-Organisations-Modell professionell in Training, Coaching oder Organisationsentwicklungeinsetzen möchtest, kannst du dich für das Modell zertifizieren lassen. In der Zertifizierung lernst du die neun Faktoren der organisationalen Resilienz kennen und erfährst, wie du mit dem persolog® Resilienz-Organisations-Profil und dem Resilienz-Organisationschart arbeitest.
Für wen eignet sich die Zertifizierung?
Die Zertifizierung richtet sich an Menschen, die Organisationen professionell begleiten und entwickeln. Dazu gehören insbesondere Trainer:innen, Coaches, Berater:innen, Führungskräfte sowie Verantwortliche aus HR, Personal- und Organisationsentwicklung.
Was unsere Kund:innen sagen
Ich bin begeistert von der Art und Weise, wie die Inhalte des Trainings zur organisationalen Resilienz vermittelt werden. Die Materialien sind ausgereift. Die Videoinhalte sind hochprofessionell. Mein Coaching-Horizont hat sich dadurch stark erweitert.
Udo Kollodzinski
Inhaberin Udokollo - Beratung & Coaching
Wer sich für die Online-Zertifizierung "Organisatorische Resilienz" anmeldet, kann sich auf ein spannendes, sehr gut strukturiertes und äußerst abwechslungsreiches Lernpaket freuen! Die Lehrvideos sind verständlich und unterhaltsam, die Übungen werden sehr gut erklärt und lassen sich dank des umfangreichen Arbeitsmaterials perfekt umsetzen. Die Experteninterviews runden das Thema ab und die Live-Sitzungen bieten eine gute Gelegenheit, aufkommende Fragen zu stellen. Aber auch die Betreuung während des Online-Lernens ist super: Jede Frage und jeder Kommentar wurde sofort kompetent beantwortet. Zudem bietet die Plattform Slack eine großartige Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmern zu vernetzen und auszutauschen. Persolog hat wieder einmal etwas Großartiges auf die Beine gestellt.
Christina Matt, Trainerin und Coach
Häufig gestellte Fragen zur organisatorischen Resilienz
Wie lässt sich organisationale Resilienz entwickeln?
Organisationale Resilienz entwickelt sich nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern über einen kontinuierlichen Prozess. Organisationen müssen sich immer wieder mit Veränderungen im eigenen Umfeld auseinandersetzen, bestehende Strukturen und Arbeitsweisen hinterfragen und daraus passende Maßnahmen ableiten. Welche Themen dabei besonders relevant sind, hängt von der jeweiligen Organisation, ihrer aktuellen Situation und ihren Herausforderungen ab.
Was ist der Unterschied zwischen persönlicher Resilienz, Teamresilienz und organisationaler Resilienz?
Die drei Begriffe betrachten Resilienz auf unterschiedlichen Ebenen. Persönliche Resilienz bezieht sich auf den einzelnen Menschen, Teamresilienz auf die gemeinsame Widerstands- und Anpassungsfähigkeit eines Teams und organisationale Resilienz auf die Organisation als Ganzes. Auf organisationaler Ebene kommen unter anderem Strukturen, Führung, Kultur und Ressourcen hinzu.
Was ist der Unterschied zwischen organisationaler Resilienz und Krisenmanagement?
Krisenmanagement konzentriert sich vor allem darauf, konkrete Krisensituationen vorzubereiten und zu bewältigen, während organisationale Resilienz umfassender betrachtet wird. Sie beschäftigt sich damit, wie eine Organisation auch bei Veränderungen und unerwarteten Herausforderungen handlungs- und anpassungsfähig bleibt. Krisenmanagement kann ein wichtiger Bestandteil einer resilienten Organisation sein, ist aber nicht mit organisationaler Resilienz gleichzusetzen.
Welche Rolle spielt Führung für die organisationale Resilienz?
Führung beeinflusst wesentlich, wie eine Organisation mit Veränderungen und Herausforderungen umgeht. Führungskräfte können Orientierung schaffen, Verantwortung ermöglichen und Bedingungen fördern, unter denen Mitarbeitende ihre Fähigkeiten einbringen können. Im persolog® Resilienz-Organisations-Modell wird dieser Aspekt durch den Faktor „Befähigend führen“ betrachtet.
Ist eine Organisation resilient, wenn ihre Mitarbeitenden resilient sind?
Resiliente Mitarbeitende können zur organisationalen Resilienz beitragen, machen eine Organisation aber nicht automatisch resilient. Zusätzlich kommt es auf organisationale Bedingungen wie Führung, Kultur, Strukturen, Ressourcen, Wissen und Veränderungsfähigkeit an. Persönliche und organisationale Resilienz betrachten deshalb unterschiedliche Ebenen, auch wenn sie miteinander verbunden sind.