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persolog Gründer Friedbert Gay im Interview mit Klaus Zimmermann

persolog-Gründer Friedbert Gay im Interview mit Klaus Zimmermann

Warum gibt es persolog? Wie funktioniert das persolog® Persönlichkeits-Profil? Heute kannst du eintauchen in die Geschichte von persolog. Denn unser Gründer und Geschäftsführer Friedbert Gay war Interview-Gast im Podcast von Klaus Zimmermann von Zimmermann GmbH & Co.KG und hat dabei einen exklusiven Einblick gegeben in sein Wirken und in das persolog® Persönlichkeits-Profil. Hier findest du einen Ausschnitt des Interviews.

 

K. Zimmermann: Das persolog® Persönlichkeits-Modell ist ein gigantisches Werkzeug, das wir in unserem Unternehmen seit vielen Jahren zur Mitarbeitergewinnung einsetzen. Erzähl uns, wie dein Lebenswerk entstanden ist.

 

Friedbert: Ich bin in 1956 geboren und in Wilferdingen bei Karlsruhe aufgewachsen. Ich würde sagen, ich bin ein Spätentwickler. Als ich zunächst als Elektro-Meister im Vertrieb arbeitete, bemerkte ich nach wenigen Wochen, dass die Leute oft keine Probleme mit der Technik haben, sondern dass sie nicht mit anderen Menschen klarkommen. Mit dieser Erkenntnis hat alles angefangen.

Ab 1990 habe ich das aus Amerika kommende Persönlichkeits-Profil zunächst in Deutschland, dann in Österreich und der Schweiz eingeführt. Das ist mein Lebenswerk, das vor 33 Jahren begonnen hat. Ich habe ein Leben genossen, in dem ich viel unterwegs war. Das hat mich sehr geprägt. Meine älteste Tochter, Debora Karsch, leitet das Unternehmen inzwischen operativ. Ich darf jetzt die Dinge machen, die mich interessieren. Das ist ein Vorrecht.

Die persolog GmbH hat 40 Mitarbeitende, was im Bereich „Weiterbildung“ schon relativ viel ist. persolog entwickelt Weiterbildungskonzepte, die international einsetzbar sind. Wir können in 34 Sprachen liefern und sind dementsprechend weltweit unterwegs. Wir haben Partner und Distributoren in 16 Ländern. Das Headquarter befindet sich hier in Remchingen-Wilferdingen.

 

K. Zimmermann: Du sagtest, ihr könnt 34 Sprachen liefern. War das von Anfang an so oder wie hat sich das entwickelt?

 

Friedbert: Zu Beginn waren wir eine „Garage Company“, im Hause von Jörg Knoblauch - da hat das Ganze angefangen. Es hat schon ein paar Jahre gedauert, bis so ein Unternehmen aufgebaut ist. Wir haben ca. 1,4 Mio. DM da reingesteckt, bis die Kiste gelaufen ist. Das hätte ich niemals allein machen können. Da war schon jede Menge notwendig, um was zu erreichen. Irgendwann haben wir damit begonnen, Inhalte aus dem Amerikanischen zu übersetzen und haben gemerkt, dass wir auch viel mehr im deutschen Kontext brauchen. In den Jahren 1997-1999 gab es dann ein großes Wachstum. Außerdem habe ich, zum Beispiel, mit Lothar Seiwert das Buch "Das 1x1 der Persönlichkeit“ geschrieben, welches auch erfolgreich war. So haben wir an den verschiedensten Produkten gearbeitet.

Wir bekamen verschiedenes Feedback von Kunden, wofür sie denn Profile brauchen, z.B. im Bereich des Verkaufs, der Führung oder beim Thema Konflikte. Oft ging es auch um das Thema Zeitmanagement. Das persolog® Persönlichkeits-Profil war nicht nur ein Fragebogen, sondern ein Reflexionstool. Man bekam was in die Hand, konnte damit nach Hause gehen und da stand echt etwas über einen selbst drin. Das ist auch der große Unterschied zwischen Fragebögen und Lerninstrumenten. Es geht immer darum, ein bestimmtes Problem vereinfacht darzustellen und von dieser Situation aus ans „Eingemachte“ zu gehen. Ich bin ein Mensch, der Potenziale erkennt, und dann damit etwas macht und vorwärtsgeht. So würde ich mich beschreiben.

 

K. Zimmermann: In Bezug auf das persolog® Persönlichkeits-Profil: Man beantwortet 2x24 Fragen und bekommt ein treffendes Ergebnis. Kannst du den Hintergrund erklären, wie das überhaupt entstanden ist, dass man dieses Ergebnis bekommt?

 

Friedbert: Das Profil wurde an der Universität in Minnesota entwickelt. Die Grundentwicklung erfolgte in den 70er Jahren. An dieser Universität arbeitete Professor Dr. John G. Geier, der an der medizinischen Fakultät für die Psychologie zuständig war. Eines Tages kam der Dekan zu ihm und meinte, dass die angehenden Ärzte zu den Leuten und nicht mit den Leuten reden und sie ihnen Rückmeldung geben müssen. Die Leute wehrten sich jedoch: Sie wollten sich nicht von einem klinischen Instrument scannen lassen. Professor Dr. John G. Geier bekam dann 1,5 Mio. US-Dollar, um ein Instrument zu entwickeln, welches nicht klinisch war. Damals machte man die Erfahrung, dass schon wenige Fragen genügen, um ein aussagekräftiges Ergebnis über das Verhalten von Menschen zu bekommen. Professor Geier wollte es ermöglichen, dass man über sich selbst nachdenken und reflektieren kann. Demnach entwickelte er dann diesen Fragebogen.

Nachdem er zwei Jahre lang dieses Lerninstrument entwickelte, gab es 1972 eine Vergleichsstudie mit bekannten Studien, da der Fragebogen auch öffentlich geprüft werden musste. Ab 1988 bis 2000 begann er wieder zu forschen. Ab 2000 haben wir das Profil überarbeitet und quantitativ überprüft. Seit 2004 haben wir das Profil von Prof. Geier so, wie wir es heute haben – mit zwei Fragebögen. Fragebogen 1 befasst sich mit der Frage „Wie verhältst du dich am ehesten?“ und im Fragebogen 2 beantwortet man die Frage „Wie verhältst du dich am wenigsten?“

 

K. Zimmermann: Wieso ändert sich das Profil bei Fokusänderung?

 

Friedbert: Von Kurt Lewin stammt der Satz: “Verhalten ist eine Funktion aus Person und Umfeld.“ Die Person ist relativ stabil, das Umfeld kann aber unterschiedlich sein. Deshalb können die Verhaltensweisen auch sehr verschieden sein. Der Psychologe Carl Rogers hat gesagt: „Der Mensch hat mehrere Selbstbilder, die er völlig authentisch miteinander verwaltet.“ Machen wir ein Beispiel: Eine Führungskraft hat fast immer Mitarbeitende, auf die er zählen kann und Mitarbeitende, bei denen er Sorge hat, was sie heute wieder anstellen werden. Und wenn du die Gespräche der Führungskraft mit den beiden Kategorien von Mitarbeitenden vergleichst, wirst du große Unterschiede feststellen. Während der eine viel Freiraum hat, wird der andere enger geführt und öfter kontrolliert. Die Kommunikation mit Mitarbeiter A läuft also ganz anders als mit Mitarbeiter B.

Oder wir denken an einen Kunden, mit dem das Gespräch super läuft und einen Kunden, der für dich sehr schwierig ist: Das sind einfach andere Verhaltensweisen, die wir hier zeigen müssen und es ist völlig normal, dass es abhängig vom Umfeld ist. Ich kenne nur eine Handvoll Leute, bei denen das Umfeld keine Rolle spielt. Ich bin schon mit Mitarbeitenden im Gespräch gewesen, die meinten: „Weißt du, zu Hause muss ich dieses Verhalten gar nicht zeigen, weil das mein Partner hat.“ Es ist völlig normal, dass wir zu Hause eine andere Verhaltensweise zeigen als im beruflichen Kontext.

 

 

K. Zimmermann: Warum funktioniert denn das persolog® Persönlichkeits-Profil so gut?

Friedbert: Es ist einfach so, dass es in Lebenssituationen rein spricht und der Teilnehmende sofort etwas damit anfangen kann. Das kann man ganz oft beobachten. Beim Persönlichkeits-Profil reden wir von der ersten Herangehensweise und der ersten Reaktion von Menschen, die oft unterschiedlich ist. Das zu erkennen, ist sehr hilfreich. Dadurch merkst du, wie sich eine Person verhält und kannst ihr viel besser gerecht werden.

Ich weiß zum Beispiel, dass ich jemandem, der viel Gewissenhaftigkeit hat, alle Informationen ganz sachlich darstelle. Jemanden, der hoch-dominant ist, kann ich klar und direkt vor die Wahl stellen: Willst du A, B oder C? Er möchte selbst entscheiden. Jemand mit hoher Stetigkeit hat es mit einer Empfehlung leichter. Jemanden, der sehr initiativ ist, hole ich ab, indem ich meine Begeisterung für etwas zum Ausdruck bringe. So kann ich meinen Kunden, meinen Mitarbeitenden, meinem Partner oder auch meinen Kollegen gerecht werden.

Es geht immer darum, zu entscheiden: Was kann ich tun, damit das Beste, was in meinem Gegenüber angelegt ist, sich entfalten kann. Deswegen ist das persolog® Persönlichkeits-Profil so stark.

 

 

Das ausführliche Interview findest du hier zum Nachhören: www.zimmermann-strategie.de

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