Gute Führung beginnt mit dem Blick für Stärken

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Führungskompetenzen stärken, erkennen, Lupe

Der Gallup Engagement Index Deutschland 2025 zeigt: Beim Thema Führung gibt es in deutschen Unternehmen weiterhin viel Potenzial. Nur 23 % der Beschäftigten sind überzeugt, dass ihre Geschäftsführung zukünftige Herausforderungen erfolgreich meistern wird. Gleichzeitig stimmen nur 34 % vollständig der Aussage zu, dass ihre direkte Führungskraft den Schwerpunkt auf ihre Stärken und positiven Eigenschaften legt.

Dabei spielt genau dieser Blick auf individuelle Stärken eine wichtige Rolle für gute Führung. Gallup kommt zu dem Ergebnis, dass Führungskräfte, die die Stärken ihrer Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellen, die Leistung ihrer Teams um mindestens 20 % steigern.

Stärkenorientierte Führung bedeutet, die individuellen Stärken und Verhaltensweisen der Mitarbeiter bewusst wahrzunehmen und sie so zu führen, dass sie ihren Beitrag leisten und ihr Potenzial weiter entfalten können.

Doch warum gelingt das im Führungsalltag nicht immer?

Warum fehlt in der Führung so häufig der Blick für die Stärken der Mitarbeitenden?

Ein Grund kann darin liegen, dass Führung noch immer stark über Leistung, Kontrolle und Durchsetzungsfähigkeit gedacht wird. Führungskräfte stehen häufig selbst unter hohem Druck und konzentrieren sich deshalb zunächst darauf, Erwartungen zu erfüllen, Entscheidungen zu treffen und Ergebnisse zu sichern.

Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass gute Führung nicht nur mit der eigenen Rolle zu tun hat, sondern vor allem mit den Menschen, die geführt werden. Wer Mitarbeitende individuell unterstützen möchte, muss deshalb nicht nur das eigene Verhalten reflektieren, sondern auch wahrnehmen, wie unterschiedlich Menschen auf Situationen, Aufgaben und Anforderungen reagieren.

Eine Führungskraft muss sich selbst treu bleiben und authentisch handeln. Gleichzeitig ist es wichtig zu verstehen, welche Verhaltenspräferenzen Mitarbeitende zeigen, welche Stärken sie mitbringen und unter welchen Bedingungen sie diese besonders gut einbringen können.

Genau hier kann ein Persönlichkeits-Modell Orientierung geben. Es schafft eine gemeinsame Sprache für Verhalten und hilft dabei, Unterschiede bewusster wahrzunehmen, ohne Menschen starr in Persönlichkeitstypen einzuordnen.

Das persolog® Persönlichkeits-Modell: Verhalten verstehen und Stärken gezielter wahrnehmen

Das persolog® Persönlichkeits-Modell beschreibt menschliches Verhalten anhand von vier Verhaltensdimensionen: Dominant (D), Initiativ (I), Stetig (S) und Gewissenhaft (G). Es hilft dabei zu verstehen, wie sich Menschen in unterschiedlichen Situationen verhalten und wie ihre Verhaltenspräferenzen das Miteinander mit anderen beeinflussen.

Statt Menschen festen Persönlichkeitstypen zuzuordnen, betrachtet das Modell die individuelle Kombination und Ausprägung der vier Verhaltensdimensionen. Verhalten kann sich dabei je nach Situation und Umfeld unterschiedlich zeigen.

Für Führungskräfte kann dieses Verständnis dabei helfen, das eigene Führungsverhalten bewusster zu reflektieren und Mitarbeitende differenzierter wahrzunehmen. Wer besser versteht, wie Menschen auf Anforderungen, Veränderungen, Kommunikation oder Entscheidungsprozesse reagieren, kann die Zusammenarbeit gezielter gestalten und individuelle Stärken bewusster einbeziehen.

Auch in Trainings und Seminaren schafft das persolog® Persönlichkeits-Modell eine gemeinsame Sprache, um Verhalten zu reflektieren, Unterschiede sichtbar zu machen und Entwicklungspotenziale zu besprechen.

Stärken von Mitarbeitenden erkennen und gezielt fördern

Menschen bringen unterschiedliche Verhaltenspräferenzen mit und genau diese Unterschiede können sich im Arbeitsalltag deutlich bemerkbar machen:

  • Eine Person mit stärkerem initiativem Verhalten kann beispielsweise Schwierigkeiten mit Aufgaben haben, die dauerhaft sehr detailorientiert und stark standardisiert sind. Menschen mit einer stärkeren Ausprägung dieser Verhaltensdimension suchen häufig den Austausch mit anderen, bringen Ideen ein und können andere für Themen begeistern.
  • Eine Person mit stärkerem gewissenhaftem Verhalten, legt dagegen häufig großen Wert auf Qualität, nachvollziehbare Strukturen und Standards. Situationen, in denen Sorgfalt regelmäßig zugunsten von Schnelligkeit zurückgestellt wird, können deshalb eine Herausforderung darstellen.
  • Menschen mit stärkerem dominantem Verhalten gehen Herausforderungen häufig aktiv an, treffen gerne Entscheidungen und konzentrieren sich auf Ergebnisse. Sehr lange Abstimmungs- und Entscheidungswege können ihrem bevorzugten Vorgehen entgegenstehen.
  • Menschen mit stärkerem stetigem Verhalten legen häufig Wert auf ein kooperatives Miteinander, stabile Beziehungen und ein vertrauensvolles Umfeld. Ständig wechselnde Aufgaben, Vorgaben oder Prozesse können deshalb besondere Anforderungen an sie stellen.

Diese Beispiele zeigen: Verhalten ist weder grundsätzlich gut noch schlecht. Unterschiedliche Verhaltenspräferenzen können je nach Situation verschiedene Stärken und Herausforderungen mit sich bringen. Die Arbeitswelt lässt sich natürlich nicht vollständig an individuelle Präferenzen anpassen.

Stärkenorientierte Führung bedeutet auch nicht, Mitarbeitenden ausschließlich Aufgaben zu geben, die ihnen leichtfallen oder besonders gut gefallen. Vielmehr geht es darum, genauer hinzuschauen: Welche Stärken bringt eine Person mit? Bei welchen Aufgaben kann sie diese besonders gut einsetzen? Welche Form der Kommunikation unterstützt sie? Und in welchen Situationen braucht sie möglicherweise mehr Orientierung, Freiraum oder Sicherheit?

Wer diese Unterschiede kennt, kann Mitarbeitende differenzierter begleiten und ihre individuellen Potenziale bewusster fördern.

Unterschiede im Team als Stärke nutzen

Auch Teams profitieren davon, wenn unterschiedliche Verhaltensweisen nicht vorschnell bewertet, sondern bewusst wahrgenommen werden. Menschen gehen unterschiedlich an Entscheidungen, Kommunikation, Veränderungen und Zusammenarbeit heran. Genau diese Unterschiede können zu Spannungen führen, gleichzeitig können sie eine wichtige Stärke eines Teams sein.

Das persolog® Persönlichkeits-Modell trägt dazu bei, unterschiedliche Verhaltenspräferenzen sichtbar zu machen und die Diskussion darüber zu erleichtern. Dies kann zu einem gemeinsamen Verständnis dafür führen, warum Menschen in ähnlichen Situationen unterschiedlich reagieren und welche Stärken jeder Einzelne in ein Team einbringt.

Für Führungskräfte bedeutet das: Nicht alle Mitarbeitenden müssen auf die gleiche Art geführt werden. Je bewusster individuelle Verhaltenspräferenzen und Bedürfnisse wahrgenommen werden, desto gezielter lassen sich Kommunikation, Zusammenarbeit und Entwicklung gestalten. Stärkenorientierte Führung richtet den Blick damit nicht nur auf einzelne Mitarbeitende. Sie kann auch dabei helfen, die Unterschiedlichkeit innerhalb eines Teams bewusster wahrzunehmen und für die Zusammenarbeit zu nutzen.

Das persolog® Persönlichkeits-Modell in Führung und Training einsetzen

Für Trainer:innen und Coaches bietet das persolog® Persönlichkeits-Modell eine strukturierte Grundlage, um mit Teilnehmenden über Verhalten, Stärken und Zusammenarbeit zu sprechen. Das Modell lässt sich beispielsweise in der Führungskräfteentwicklung, Teamentwicklung, Kommunikation, Personalentwicklung oder im Coaching einsetzen. Dabei geht es nicht darum, Menschen einem festen Typ zuzuordnen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Reflexion von Verhaltenspräferenzen und ihrer Wirkung in unterschiedlichen Situationen.

So können Trainer:innen Führungskräfte dabei unterstützen, das eigene Verhalten bewusster wahrzunehmen und gleichzeitig einen differenzierteren Blick für ihre Mitarbeitenden zu entwickeln. D, I, S und G schaffen dafür eine gemeinsame Sprache, mit der sich unterschiedliche Verhaltensweisen beschreiben und reflektieren lassen.

Wer Unterschiede besser versteht, kann auch bewusster mit ihnen umgehen – in der Kommunikation, bei der Zusammenarbeit im Team und bei der individuellen Entwicklung von Mitarbeitenden.

Sichere dir praxisnahes Know-how für deine Trainings und Seminare

Wenn du das persolog® Persönlichkeits-Modell professionell in Trainings, Seminaren oder Coachings einsetzen möchtest, kannst du dich für das Modell zertifizieren lassen.

In der Zertifizierung zum persolog® Persönlichkeits-Modell lernst du die vier Verhaltensdimensionen D, I, S und G vertieft kennen und erfährst, wie du das Modell und die dazugehörigen Instrumente in deiner Arbeit einsetzen kannst.

Du erhältst Praxis-Know-how sowie Materialien, die du beispielsweise in Trainings, Seminaren, Coachings sowie in der Führungskräfte- und Personalentwicklung einsetzen kannst.

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